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Ein Leben für die Schwachen
Ein Leben für die Schwachen

Ein Leben für die Schwachen

Bistum Limburg trauert um Ernst Leuninger

Das Bistum Limburg trauert um Ehrendomherr Dr. Ernst Leuninger. Der Theologe, Priester und ehemalige Dezernent starb am Samstag, 9. Juni, im Alter von 84 Jahren in Limburg. Nachdem er zahlreiche Positionen in der Bischöflichen Verwaltung innehatte, wurde er im Jahr 2000 Limburger Ehrendomherr.

Leuninger wurde am 5. November 1933 in Köln-Ossendorf geboren. Nach dem Theologiestudium an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen und der Universität München empfing er die Priesterweihe durch Bischof Dr. Wilhelm Kempf am 8. Dezember 1959.
Nach einem einmonatigen Seelsorgepraktikum in der Dompfarrei Wetzlar wirkte Leuninger als Kaplan in Lorch, Wetzlar-Niedergirmes und Frankfurt/St. Bernhard. Zum 18. April 1966 wurde er Bezirksjugendseelsorger im Rheingau, zum 1. Januar 1968 zusätzlich Geistlicher Assistent der Caritasarbeit im Rheingaukreis.

Im Februar 1970 übertrug ihm der Bischof das neu geschaffene Seelsorge-Referat am Bischöflichen Ordinariat und ernannte ihn zum Ordinariatsrat. Im Zuge der Neuorganisation des Bischöflichen Ordinariates wurde er später zum ersten Dezernenten des Dezernates Grundseelsorge, dem heutigen Dezernat Pastorale Dienste, berufen. In dieser Zeit war er Mitglied des Geistlichen Rates, der Personalkammer, der Dezernentenkonferenz, der Plenarkonferenz und des Diözesankirchensteuerrates, Direktor des Bonifatiuswerkes im Bistum Limburg sowie ab November 1977 Synodalprüfer. Zum 15. Juli 1979 übernahm er das Dezernat Erwachsenenarbeit.

Zwischen 1982 und 2004 übernahm Leuninger weitere Aufgaben im Bistum. So war er Diözesanpräses der Büchereiarbeit im Bistum, Diözesanpräses der KAB Diözesanverband Limburg sowie Rector ecclesiae der Kirche in Nothgottes.

Nach mehr als 28 Jahren im Dienst des Bistums trat Ernst Leuninger am 1. Juli 1998 in den Ruhestand.

Ein wesentlicher Schwerpunkt des Verstorbenen war die wissenschaftliche Tätigkeit: Nach dem Abschluss seiner Promotion zum Doktor der Theologie im Juli 1980 und der Habilitation für das Fach Christliche Gesellschaftslehre im Mai 1985 hielt ab 1987 als Honorarprofessor regelmäßig Vorlesungen an der Theologischen Hochschule der Pallottiner in Vallendar. Zum Sommersemester 1999 wurde er als ordentlicher Professor auf den Lehrstuhl für Pastoraltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar berufen und war bis zum Jahr 2001 in Forschung und Lehre aktiv.

Leuninger setzte sich Zeit seines Lebens für Arme und Schwache ein. Gemeinsam mit seinem Bruder, Herbert Leuninger, erhielt er hierfür im Jahr 1998 den Walter-Dirks-Preis. Der Bundespräsident verlieh ihm für sein vielfältiges Engagement im Jahr 2010 das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Als Beauftragter von Bischof Dr. Franz Kamphaus für Bosnien und das Kosovo setzte er sich für den Wiederaufbau von Häusern und Kirchen ein und organisierte die erfolgreichen Spendenprojekte „Schafe für Bosnien“ und „Kühe für den Kosovo“. Für seine außergewöhnlichen Mühen wurde er 1999 von Vinko Kardinal Puljic zum Ehrenkanonikus der Kathedrale von Sarajewo ernannt.

Das Requiem für den Verstorben wird am Freitag, 15. Juni, um 14.30 Uhr im Hohen Dom zu Limburg gefeiert. Anschließend erfolgt die Beisetzung auf dem Domherrenfriedhof. Die Priester und Diakone sind eingeladen, in Chorkleidung teilzunehmen.