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02.10.2017 – Pressemitteilung Bistum Limburg

Wert.Voll.Leben

Nachhaltigkeit auf der Rhein-Main-Deponie

"Wie können, wollen und müssen wir leben, damit alle Menschen auf dieser Welt gut leben können?" Dies war die Kernfrage bei Wert.Voll.Leben auf der Rhein-Main-Deponie in Flörsheim. (Fotos: H.Matena/Bistum Limburg)

FLÖRSHEIM-WICKER.- "Wie können, wollen und müssen wir leben, damit alle Menschen auf dieser Welt gut leben können?" Mit dieser Frage eröffnete Ingeborg Schillai, Präsidentin der Limburger Diözesanversammlung, die Veranstaltung "Wert.Voll.Leben" am Samstag, 30. September, auf der Rhein-Main-Deponie in Flörsheim-Wicker.

Eingeladen hatte die Abteilung Weltkirche im Bischöflichen Ordinariat, um "Ideen vorzustellen, Dinge konkret nachhaltig zu verwerten", erklärte Winfried Montz. Der Veranstaltungsort, die Rhein-Main-Deponie, sei dafür genau der richtige Ort, so Markus Töpfer. "Man kann viel über Nachhaltigkeit reden, aber hier sind Sie mittendrin. Hier machen wir das tagtäglich", erklärte der Geschäftsführer der Deponie. Nach Impulsvorträgen und einem Begleitprogramm aus Workshops und Infoständen, darunter der missio-Truck, schloss der Tag mit einem Gottesdienst in der Werkhalle der Deponie.

Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit gehören zusammen

"Einer der zentralen Punkte, warum Laudato si geschrieben wurde, ist: Die Sache ist ernst und die Zeit drängt", begann Pfarrer Thomas Schmidt seinen Vortrag zur päpstlichen Enzyklika. Papst Franziskus hatte sich in seiner zweiten Enzyklika 2015 schwerpunktmäßig mit Umwelt- und Klimaschutz beschäftigt. "Einmalig ist, dass in Laudato si der Umweltgedanke und soziale Gerechtigkeit zusammengeführt werden", so Schmidt. "Das Verrückte ist ja, dass diejenigen, die am wenigsten für die Umweltverschmutzung getan haben, nämlich die Armen, den Preis dafür zahlen."

Ein Vertreter der vietnamesischen Gemeinde berichtete von einer Umweltkatastrophe in seiner Heimat. So hatte ein Stahlwerk dort im vergangenen Jahr ungeklärte Abwässer ins Meer geleitet, auf über 200 Kilometern starben massenhaft Fische. Neben der ökologischen Katastrophe wurden tausende Menschen, die im Fischfang beschäftigt sind, arbeitslos.

Eine weitere Besonderheit der Enzyklika sei, erklärte Schmidt, dass der Papst zum offenen Dialog aller aufrufe und die Verantwortung jedes einzelnen Menschen für die Umwelt betone.

Begleitprogramm mit frischgepresstem Apfelsaft

Im Begleitprogramm stellen sich verschiedene Projekte und Initiativen vor, die Nachhaltigkeit und Umwelt thematisieren. Der missio-Truck stellt in seiner multimedialen Ausstellung Fluchtursachen, wie den Abbau von Konfliktmineralien, vor. Diese "seltenen Erden" sind in vielen modernen Handys verbaut und fördern Konflikte in Afrika. Bei Rundgängen über das Deponie-Gelände erläuterte Geschäftsführer Markus Töpfer den Besuchern, wie Strom und Biogas aus Abfällen produziert werden, welche Abfälle verwertet werden und wie mit Elektroschrott verfahren wird.

Entsprechend dem Thema war auch die Verpflegung nachhaltig organisiert: Neben vielen anderen presste auch der Flörsheimer Bürgermeister Michael Antenbrink frischen Apfelsaft aus Fallobst. (hm)

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