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28.10.2016

Weltkirchliche Lebendigkeit vor Ort

Drei Pfarreien schließen zweijähriges Erkundungsprojekt ab

Die neuen Pfarreien in St. Peter und Paul im Kannenbäckerland, in St. Ursula Oberursel und Steinbach und in St. Franziskus und Clara im Usinger Land haben mit viel Engagement am Erkundungsprojekt "Weltkirchliche Lebendigkeit in der Pfarrei neuen Typs" teilgenommen. Im Sommer wurden diese Projekte mit feierlichen Gottesdiensten und anschließender Begegnungen in den Gemeinden abgeschlossen.

Intensiv begleitet von der Abteilung Weltkirche, wurde die inhaltliche Arbeit in den Abläufen der neuen Pfarreistruktur über zwei Jahre reflektiert und Neues ausprobiert. "Weltkirchliche Lebendigkeit bleibt immer noch eher auf den Ort, auf die konkrete Gemeinde angewiesen", so zitiert Winfried Montz, Leiter der Abteilung Weltkirche im Bischöflichen Ordinariat, die gemeinsame Auswertung. "Konkrete Partnerschaften und Projektförderungen leben an den Kirchorten weiter. Gemeinsame Aufgaben auf Pfarreiebene werden dagegen zum Beispiel in der Gestaltung der Kollekten-Sonntage der Hilfswerke, bei Bildungsveranstaltungen, weltkirchlichen Themen in der Firmvorbereitung und Aktionen zum Fairen Handel gesehen." Neben dem konkreten Handeln am Kirchort bleibe es, so ergänzt Jacqueline Schlesinger, missio-Referentin im Bistum, eine Herausforderung, die Öffentlichkeitsarbeit und die Verantwortung in der Gesamtpfarrei gemeinsam zu gestalten. Seitens der Ehrenamtlichen bestünden konkrete Erwartungen an die Pastoralteams der Pfarreien, ihre Arbeit wertzuschätzen und zu begleiten. Auch der Pfarrgemeinderat bleibe aufgefordert, das Thema Weltkirche regelmäßig in die Beratungen einzubeziehen.

Überall sei deutlich geworden, sind sich Schlesinger und Montz einig, dass in den Anliegen der Weltkirche hoch motivierte Personen mit Offenheit für Begegnung und Zusammenarbeit am Werk sind. Und das, obwohl gleichzeitig eine hohe Belastung spürbar wurde, weil kirchlich Engagierte in der Regel auf mehreren Feldern aktiv sind. Diese Mehrfachbelastung, so die Erfahrung aus den Erkundungen, verstärkt sich in der Pfarrei neuen Typs nochmals. Hier bräuchte es dringend Gegensteuerung. Manches wird wohl durch die positiven Erfahrungen aufgefangen: Viele Engagierte äußerten ausdrücklich ihre persönliche Dankbarkeit für die bereichernden Kontakte zu Partnern in anderen Ländern und ihre Freude, mit konkreten Schritten zur Gerechtigkeit in der Einen Welt beitragen zu können.

Für das oft zeitintensive und kräftezehrende Engagement der Ehrenamtlichen wurde in den Erkundungen erkannt, dass es einmal im Jahr einen Tag "zum Auftanken" der Motivation geben solle, als Einkehrtag oder ähnliches gemeinsames Erlebnis. Eine weitere Erkenntnis sei, dass Traditionen, die sich mit der Zeit überlebt haben, offiziell beendet werden sollten. Und zwar bevor niemand mehr zu einem Abschlussfest kommen würde.

Kritisch hinterfragt und reflektiert wurde in der Erkundung das Instrument des klassischen Sachausschuss Weltkirche, das aus einer Zeit anderer Sozialgestalt von Kirche stammt. Dabei wurden alternativ Eckpunkte zur Kooperation auf Pfarreiebene identifiziert, die Engagierten Entlastung bringen und koordinierte Mitwirkung auf Pfarreiebene weiterhin eröffnen.

In den zwei Jahren weltkirchlicher Erkundungen haben die drei Pfarreien einiges Neues ausprobiert. Zum Beispiel bei Aktionen in der Öffentlichkeit in Oberursel, in Zusammenarbeit mit der Caritas in der Begegnung von Flüchtlingen. In Neu-Anspach haben sich die Gemeinden von den andersartigen Liturgien mit Priestern aus der Weltkirche inspirieren lassen. Dort wurde zum Beispiel an Pfingsten ein Gottesdienst im syro-malabarischen Ritus gefeiert.

Pfarreien, die in Zukunft ihre weltkirchliche Lebendigkeit reflektieren und neu ausrichten wollen, erhalten darin Unterstützung durch die Abteilung Weltkirche im Bischöflichen Ordinariat Limburg.

 

Flyer zur weltkirchlichen Lebendigkeit