Frankfurt, 29.06.2026

Das Klimathema ist ein heißes

Extreme Hitze hat die Dringlichkeit des Klimaschutzes beim Schöpfungsfest der Frankfurter Eine-Welt-Gruppen am Wochenende noch einmal deutlich unterstrichen. Auch die Kirchen sind in der Verantwortung.

Ausgerechnet eine extreme Hitzewelle hat das dritte Schöpfungsfest der Eine-Welt-Gruppen aus dem Rhein-Main-Gebiet in der „Kirche im Grünen“ in Frankfurt-Höchst geprägt. „Die hohen Temperaturen haben eindrucksvoll sichtbar gemacht, worum es bei der Veranstaltung geht: den Schutz der Schöpfung und die Verantwortung von Kirche und Gesellschaft im Kampf gegen die Klimakrise mit ihren schon heute katastrophalen Auswirkungen auf vielen Menschen in der Welt“, sagt Oswald Bellinger, einer der Organisatoren.

Die außergewöhnliche Hitze mit ihren Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr erschwerte tatsächlich auch die Anreise. Dennoch kamen 16 Engagierte zusammen, um sich über aktuelle Klimaschutzmaßnahmen der Kirchen zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln. Im Mittelpunkt standen die Klimaschutzstrategien des Bistums Limburg und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), die beide das ambitionierte Ziel verfolgen, bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu werden.

Für das Bistum Limburg stellte Oswald Bellinger das neue Klimaschutzkonzept vor, das 2025 von der Klimaschutzmanagerin des Bistums erarbeitet wurde. Das 165 Seiten umfassende Konzept beschreibt Maßnahmen insbesondere in den Bereichen Gebäude, Mobilität und nachhaltige Beschaffung. Ergänzend wurden bereits zwei Förderinstrumente eingerichtet: die Klimaneutralitätsrücklage mit fünf Millionen Euro sowie ein Nachhaltigkeitsfonds mit einer Million Euro. Mit diesen Mitteln konnten bereits mehr als 50 Klimaschutzprojekte mit einem Gesamtvolumen von über 170.000 Euro unterstützt werden.

Kathrin Saudhof vom Zentrum Bildung und Gesellschaft der EKHN erläuterte die Klimaschutzziele der Landeskirche. Diese wurden 2025 erstmals in einem Klimaschutzgesetz verbindlich für alle Einrichtungen der EKHN festgeschrieben. Zur Umsetzung stellt die Landeskirche bis 2031 insgesamt 35,3 Mio. Euro bereit und hat in sieben Dekanaten regionale Beratungsstellen geschaffen, die die Kirchengemeinden bei der Planung und Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen begleiten.

„In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass technische Maßnahmen und individuelles Verhalten allein nicht ausreichen, um die Klimakrise wirksam zu begrenzen“, berichtet Bellinger. „Die Teilnehmenden waren sich einig, dass die ambitionierten Klimaziele der Kirchen nur dann erreicht werden können, wenn sie konsequent umgesetzt und von den Gemeinden sowie der Zivilgesellschaft aktiv eingefordert werden. Gerade angesichts sinkender Kirchenmitgliederzahlen und knapper werdender finanzieller Mittel darf der Klimaschutz nicht an Bedeutung verlieren.“ So lautete dann auch der gemeinsame Tenor: „Die Bewahrung der Schöpfung gehört zum Kern christlicher Verpflichtung.“ In einer Zeit, in der Klimaschutz zunehmend in den Hintergrund gerate, seien die Kirchen auch in ihrer gesellschaftlichen Verantwortung aufgefordert, gerecht zu werden und glaubwürdig voranzugehen.  

Neben den fachlichen Vorträgen bot das Schöpfungsfest Raum für Vernetzung, den Austausch erfolgreicher Projekte und die Entwicklung gemeinsamer Ideen für zukünftige Aktivitäten. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Grillen, bei dem gerettete Lebensmittel verwendet wurden – ein praktisches Zeichen für nachhaltiges Handeln und den bewussten Umgang mit Ressourcen.

Text: Oswald Bellinger

Info

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Die Mitglieder fühlen sich dem christlichen Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung und globaler sozialer Gerechtigkeit verpflichtet. Sie fordern und fördern eine faire Verteilung der Güter, damit alle Menschen menschenwürdig leben können. Nahrung, Wasser, Bildung und Gesundheit sind elementare Güter, die nicht zu Spekulationsobjekten degradiert werden dürfen. Die Gruppen halten die Idee des fairen Handels in den Gemeinden lebendig, durch regelmäßigen Verkauf fair gehandelter Waren, durch Beteiligung an der fairen Woche und der Forderung eines allgemein fairen Wirtschaftens in den Pfarreien. Das Netzwerk Frankfurter Eine-Welt-Gruppen ist ein Teil der Frankfurter Stadtkirche.

Hier gibt es weitere Infos: Bezirk Frankfurt: Schöpfungsbewahrung

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