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missio fordert Kampf gegen sexuellen Online-Missbrauch

Neue Petition der Aktion Schutzengel
missio fordert Kampf gegen sexuellen Online-Missbrauch
missio fordert Kampf gegen sexuellen Online-Missbrauch
© missio

„Die neueste Form der modernen Sklaverei ist Online-Missbrauch. Die Mehrheit der Opfer sind Kinder“, kritisierte Schwester Mary John Mananzan aus Manila. „Die Präventionsarbeit und Hilfe für die Opfer vor Ort ist enorm wichtig“, sagt missio-Präsident Dirk Bingener. „Aber das allein reicht nicht. Das Problem ist so groß, dass verstärkt internationales Handeln gefordert ist. Alle sind dabei gefragt: Strafverfol-gung, Politik und die Internet-Dienste-Anbieter.“

Aus diesem Grund fordert das katholische Hilfswerk in der heute gestarteten Petition „Meine Stimme gegen sexuellen Online-Missbrauch“ ganz konkrete Änderungen: "Plattformen wie Facebook in die Pflicht nehmen, mehr Zeit für die Ermittlungen durch die Sicherung von Daten und mehr Ermittelnde, das sind die Forderungen unserer Petition. Beteiligen Sie sich daran, jede Stimme zählt!", betonte Bingener. „Moderne Sklaverei hat heute vielfältige Erscheinungsweisen. Mit dem Start der Online-Petition der ‚Aktion Schutzengel‘ appellieren wir an die Bundesregierung dem Kinderschutz auf Internet-Plattformen die oberste Priorität einzuräumen.“ Zu den Erstunterzeichnenden der Petition gehören neben Expertinnen und Experten aus den Philippinen, Belgien, Ghana und der DR Kongo unter anderem in Deutschland die kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil, BDKJ-Bundespräses Stefan Ottersbach, DPSG-Bundeskurat Matthias Feldmann und Pfarrer Peter Kossen.

missio unterstützt in den Philippinen Projektpartner im Kampf gegen sexuelle Ausbeutung und Online-Missbrauch. Mit einem Aufklärungs- und Schutzprogramm in der Millionenstadt Cebu konnten über 6000 Kinder und Eltern vor den Fängen der Internettäter bewahrt werden. In dem PREDA-Zentrum des missio-Projektpartners Pater Shay Cullen erhalten inzwischen Opfer von sexuellem Online-Missbrauch seelsorgerisch-therapeutische Hilfe. Das 13-jährige philippinische Mädchen Paloma konnten dank einer Polizeirazzia aus den Fängen der Zuhälter befreit werden und bei PREDA Zuflucht finden. Zuvor war sie online von mehreren tausend Männern sexuell missbraucht worden. Nach Angaben des FBI sind jeden Moment im Internet rund 750.000 pädosexuelle Täter auf der Jagd nach Kindern. Die meisten von ihnen bleiben unentdeckt, obwohl sie vielfach gewöhnliche Internetkanäle verwenden. So kamen die Strafverfolgungsbehörden im April 2021 nur durch Zufall einem Deutschen auf die Spur. Er hatte vom Computer aus über Skype befohlen, wie ein fünfjähriges Mädchen in den Philippinen sexuell missbraucht werden sollte. Er wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Die an die Bundesregierung gerichtete Petition von missio umfasst drei zentrale Forderungen: Erstens eine Schutzpflicht, mit der Facebook und anderer Plattformen verpflichtet werden, nach Online-Darstellungen von Kindesmissbrauch aktiv zu suchen und diese zu melden. Zweitens eine sinnvolle Datenspeicherung, damit mehr Fälle strafrechtlich verfolgt werden können und drittens eine höhere Zahl an Ermittelnden beim BKA im Bereich des Online-Kindesmissbrauchs.

Die Petition „Schützt Kinder vor sexuellem Online-Missbrauch“ kann ab sofort digital unterzeichnet werden auf www.missio-hilft.de/schutzengel-petition.

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