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Krise in Kamerun

Bistum Limburg spricht mit Menschenrechtsbeauftragten der Bunderegierung
Krise in Kamerun
Krise in Kamerun
Dr. Volker Riehl von Misereor (li.) und Winfried Montz vom Bistum Limburg setzen sich für ein Ende der Gewalt in Kamerun ein. © Abteilung Weltkirche

 

Die bevorstehende Reise der Bundesbeauftragten für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Aufgaben, Dr. Bärbel Kofler,  nach Kamerun ist für das Bistum Limburg Anlass gewesen, im Auswärtigen Amt in Berlin auf die aktuelle Konfliktlage im anglophonen Kamerun aufmerksam zu machen. Winfried Montz, Leiter der Abteilung Weltkirche im Bischöflichen Ordinariat Limburg, gab den dringenden Wunsch der Partner weiter, Deutschland möge die Initiative zu einem Vermittlungsversuch in dem gewaltsamen Konflikt übernehmen. Zudem sei es wichtig, Menschen zu begegnen und anzuhören, die immer noch im Bürgerkriegsgebiet leben.

Das Bistum Kumbo in Kamerun, Partnerdiözese des Bistums Limburg, hatte in einem der Bundesregierung zur Verfügung gestellten aktuellen Lagebericht beschrieben, dass in den vergangenen zwei Jahren allein im Bistum Kumbo 358 Zivilisten ermordet wurden, Opfer der Militärs und Rebellen nicht mitgezählt. 750 abgebrannte Häuser und Einrichtungen sind allein in diesem Bistum dokumentiert, wobei aufgrund schwieriger Kommunikation vor Ort nur 19 der 34 Pfarreien des Partnerbistums zu diesen Zahlen beitragen konnten. In Zahlen nicht messbar ist die Angst und Not der Menschen, die im täglichen Kampf zwischen den Militärs und den Rebellen zerrieben werden und sich in der Öffentlichkeit nicht ohne Gefahr für Leib und Leben bewegen können. Besonders schmerzhaft ist es, wenn Kranke und Verletzte die Krankenstationen oder Hospitäler nicht erreichen können, auf dem Weg dorthin eingeschüchtert werden oder die Toten aufgrund von Schusswechseln nicht beerdigen können. Bischof George Nkuo beklagt den Verfall eines Lebens in Würde und Achtung vor dem menschlichen Leben.

Seit 2016 eskaliert die Gewalt

Im Jahr 2016 war ein jahrelang schwelender Konflikt der anglophonen Bevölkerung mit der Zentralregierung in Yaoundé nach Protesten der Anwälte, Richter und Lehrer zunehmend eskaliert, als Militär und Sicherheitskräfte Demonstranten erschossen. Von der Regierung ignorierte Proteste führten zu einer Widerstandsbewegung, die am 1. Oktober 2017 für die beiden englischsprachigen Regionen des Landes einen separaten Staat ausrief. Dieser Akt verschärfte die Gewalt, Widersacher wurden ermordet, ab Dezember 2017 wurden Häuser und ganze Dörfer abgebrannt.  Inzwischen spricht die UNO von etwa 500.000 Binnenflüchtlingen, die sich in den Wäldern verstecken und zu überleben versuchen. Die Rebellen schrecken vor Geiselnahmen von Schülern und Nonnen nicht zurück und setzten ihren Schulboykott mit brutaler Gewalt durch. Seit zwei Jahren findet in den anglophonen Regionen kein regulärer Schulunterricht mehr statt. Staatspräsident Paul Biya ist nach einer umstrittenen Wahl im Oktober 2018 im seinem Amt bestätigt, das er seit 35 Jahren innehat.   

Bischof George Nkuo, Bischof von Kumbo, hat dem Bistum Limburg und dem Hilfswerk Misereor ausdrücklich für die andauernde Freundschaft, das fortdauernde Gebet und die konkreten finanziellen Hilfen gedankt. Ohne diese Unterstützung könnte den Menschen nur schwer humanitärer Beistand und Hoffnung gegeben werden. Limburgs Partnerbischof bedauert es zutiefst, Dr. Bärbel Kofler nicht persönlich treffen zu können, da die blockierten Verkehrswege und die Sicherheitslage das nicht zulassen. Umso dankbarer ist er, dass es im Bistum Limburg Fürsprecher für eine politische Initiative zur Konfliktlösung gibt.

Abteilung Weltkirche: Aufruf "Für Frieden und Gerechtigkeit" unterstützen

Die Abteilung Weltkirche im Bischöflichen Ordinariat empfiehlt die Unterstützung des Aufrufes „Für Frieden und Gerechtigkeit und gegen jede Form von Gewalt in Kamerun“ der Evangelischen Missionswerke, der unter www.brennpunktkamerun.org zu finden ist, und ruft zum Gebet für Gewaltlosigkeit und Frieden in Kamerun auf.