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Bischof Georg bittet um Gebet für Kamerun

Die Situation in Kamerun ist weiterhin prekär, die Versorgung mit Lebensmitteln wird knapp. In dieser Situation sind für den 7. Oktober die Präsidentschaftswahlen angekündigt.
Bischof Georg bittet um Gebet für Kamerun
Bischof Georg bittet um Gebet für Kamerun

Die Krise in Kamerun dauert weiterhin an, von der Weltöffentlichkeit größtenteils unbemerkt. 

Die Menschen in vielen Teilen des Landes leiden unter der schlechten Regierungsführung des amtierenden Präsidenten Paul Biya. In den beiden anglophonen Regionen Nordwest und Südwest ist es besonders schlimm. Nachdem die Menschen dort Ende 2016 auf die Straße gingen, um für ihre Rechte zu demonstrieren, ging die Staatsgewalt mit aller Härte gegen sie vor. Präsident Biya bezeichnete die Demonstranten und jene, die sich für eine Unabhängigkeit der englischsprachigen Regionen einsetzen, als Terroristen und sandte seine Truppen in die Regionen. Gewalt erzeugt Gewalt - so ist die Situation auch in Kamerun. Auf einen Angriff der Regierungstruppen folgt ein Angriff der mittlerweile gut organisierten Rebellengruppen. Dörfern brennen ab, Menschen fliehen oder kommen gar zu Tode. Aktuell gibt es Nachrichten aus dem Limburger Partnerbistum Kumbo, dass so langsam die Versorgung mit Lebensmitteln knapp wird. Die Menschen konnten nicht sähen oder Mais anbauen. Wie die Versorgung der Bevölkerung (des gesamten Landes) sichergestellt werden soll ist unklar. 

In diese Gemengelage fallen am 7. Oktober die Präsidentschaftswahlen. Und Paul Biya (85) kandidiert erneut. Proteste und eine weitere Welle der gewalt müssen erwartet werden. 

Bischof Dr. Georg Bätzing hat im Bistum Limburg zum Gebet für Kamerun aufgerufen. In allen Gottesdiensten für den 7. Oktober soll eine Fürbitte für Kamerun vorgesehen werden. Das Schreiben von Bischof Georg können Sie hier nachlesen.  

Am 23. August haben die Bischöfe der Kirchenprovinz Bamenda einen Hirtenbrief veröffentlicht, in dem sie deutliche Worte finden. "Mit größter Bestürzung und tiefem Schmerz in unseren Herzen haben wir die fürchterlich Anzahl derer zur Kenntnis genommen, die [...] umgebracht worden sind, sowohl von den Truppen der Regierung als auch durch die 'Amba_Boys' [Anm.: Die Rebellengruppen]. In aller Ehrlichkeit kann derzeit keiner die genauen Zahlen derer beziffern, die bisher getötet wurden, da viele Leichen verschleppt werden und im Busch, im Wasser oder in Massengräbern entsorgt werden. Der nicht zu rechtfertigende Gebrauch von Waffen geht weiter, ebenso wie die Inhaftierungen und Festnahmen von Zivilisten, die Zerstörung von Hab und Gut, das Niederbrennen von Wohnhäusern und öffentlichen Gebäuden sowie die Erspressungen und Unterdrückungen. Es ist eine Zeit in der Terror und Horror unser Land regieren und wie leben in ständiger Angst."

Das ganze Schreiben der Bischöfe können Sie in englischer Sprache hier nachlesen

Was können wir tun? Wir müssen die schlechten Nachrichten, die regelmäßig aus unserem Partnerbistum kommen, erst einmal aushalten. Aber wir können aufmerksam machen auf die Situation in Kamerun, mit unseren Politikern ins Gespräch kommen, die Geschichten unserer Partner und Freunde erzählen und in die Öffentlichkeit tragen. Politischen Druck auf das Regime in Yaoundé auszuüben wäre wohl einer der Wege etwas bewegen zu können. 

Zum Hintergrund der Lage gibt es noch zwei weitere Artikel, die hier verlinkt werden:
Aus feinschwarz.net berichtet die Dezernentin Pastorale Dienste, Frau Dr. Hildegard Wustmans, über die Reise nach Kamerun und einen "Konflikt, der die Öffentlichkeit kaum erreicht"

Auf katholisch.de schreibt Claudia Zeisel über die anstehenden Wahlen in Kamerun und den "letzten Dinosaurier", der nicht gehen will.